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Die Enzyklopädisten

Für die Verbreitung des Wissens von den Heilkräften der Pflanzen waren die so genannten Enzyklopädisten des 13. und 14. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Diese waren vornehmlich Mitglieder des Dominikanerordens (des gelehrten Predigerordens), die es sich zum Ziel gesetzt hatten, das gesamte europäische Wissen ihrer Zeit enzyklopädisch verfügbar zu machen. So besitzen alle großen Enzyklopädien auch einen Abschnitt über die Pflanzen, wobei der heilkundliche Aspekt stets eine große Rolle spielt.
Alle hier aufgeführten Werke erreichten trotz ihres Umfanges eine große Verbreitung und wurden auch mehrfach gedruckt.

 

Die erfolgreichste und für den deutschsprachigen Raum bedeutendste Naturenzyklopädie schrieb der aus dem Brüsseler Raum stammende Thomas Cantimpratensis (auch T. von Cantimpré, T. Brabantinus oder T. van Bellinghen), geboren um 1200. Zunächst Augustiner-Chorherr, trat er 1232 zum Dominikanerorden über. Von seinem ‚Liber de natura rerum’ - um 1240 vollendet - waren mehrere Fassungen im Umlauf; die Fassungen ´Thomas I` und ´Thomas II` gehen auf den Autor selbst zurück. Spätere Fassungen entstanden wahrscheinlich im Elsaß (´Thomas IIIa`) und im Raum Wien (´Thomas IIIb`). ´Thomas II` behandelt im zehnten und elften Buch die Bäume, im zwölften die Kräuter; die für die deutsche Rezeption enorm wichtigen Fassungen der ´Thomas II`-Redaktion stellen die Kapitel etwas um.

Der Kräuterteil umfasst nur 32 Pflanzen, seine Hauptquelle ist ganz eindeutig das ‘Circa instans’, hier Platearius zugeschrieben. Mehrere Quellen sind in den beiden Baum-Büchern - ‘Liber de arboribus communibus’ (52 Kapitel) und ‘Liber de arboribus aromaticis’ (33 Kapitel) eingearbeitet. Neben dem ‚Circa instans’ sind dies vor allem Plinius, Isidor von Sevilla und Palladius. Die Redaktoren der ´Thomas III`-Fassungen schöpften ihre Zusätze aus dem ‘Circa instans’ und aus ‘De vegetabilibus’ Alberts des Großen.

 

 

Forschergruppe Klostermedizin

 

 

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