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Die Anfänge

Die Anfänge der Klostermedizin liegen in der Spätantike. Ausgangspunkt ist die Ordensregel des Hl. Benedikt, des Begründers des Benediktinerordens. Die Mönche und Nonnen greifen auf das medizinische Wissen der antiken Ärzte zurück und übernehmen als Grundlage die Viersäftelehre, die sog. Humoralpathologie.

 

Das ‚Lorscher Arzneibuch’

Das älteste erhaltene Werk der Klostermedizin im deutschsprachigen Raum ist das ‚Lorscher Arzneibuch’, eine medizinische Handschrift, die im letzten Jahrzehnt des 8. Jh.s, also zur Zeit Karls des Großen, im Kloster Lorsch (bei Worms) niedergeschrieben wurde (Codex Bambergensis medicinalis 1). Es handelt sich hier nicht um eine Arzneimittellehre, der Hauptteil besteht vielmehr aus mehreren Rezeptsammlungen. Zu den Quellen gehören die ‚Medicina Plinii’ und die ‚Physica Plinii’, auch finden sich Rezepte von Dioskurides und Galen sowie neueres Material. Die einzelnen Rezepte sind von sehr unterschiedlicher Art: sie können von ganz einfachen Anweisungen bis zu hochkomplexen Rezepturen gehen, in welche zahlreiche Drogen aus dem Orient eingearbeitet werden. Besonders interessant ist der zweite Text, ein Gedicht auf Kosmas und Damian sowie Hippokrates und Galen: hier werden also die christlichen Patrone der Medizin und Pharmazie neben die zwei berühmtesten Ärzte der Antike gestellt. Inhaltlich geht es darum, dass jedem, sei er arm oder reich, die Heilkunst zuteil werden müsse. Der Arzt solle deshalb seine materiellen Forderungen den Möglichkeiten des Patienten anpassen. Außerdem dürfe nicht nur an die teuren Spezereien aus dem Orient gedacht werden, denn auch die Berge und Wiesen der Heimat böten heilbringende Kräuter.

 

 

Forschergruppe Klostermedizin

 

 

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