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Schon seit etwa 500 Jahren werden Kürbissamen in Europa gegen Beschwerden der Harnwege eingesetzt.
Dabei wuchs der Urahn des heutigen Arzneikürbis, der Gartenkürbis, ursprünglich gar nicht in Europa; seine Heimat ist Amerika, insbesondere Mexiko und der Süden der USA. In Europa kannte man bis zur Entdeckung des neuen Kontinents nur den Flaschenkürbis (Cucurbita lagenaria). Aber schon im 16. Jahrhundert wurde der Gartenkürbis an sonnigen, nährstoffreichen Standorten gepflanzt und in verschiedenen Formen und Farben gezogen.
Für medizinische Zwecke haben sich die Samen des Steirischen Ölkürbis besonders bewährt, aus dem schließlich eine Sorte durch Züchtung noch optimiert werden konnte: der moderne Arzneikürbis. Er wird vor allem in Ungarn in der pannonischen Tiefebene (pannonisches Becken) angebaut.

Medizinisch werden nur die Kürbissamen, volkstümlich auch Kürbiskerne genannt, verwendet, sowie das daraus kalt gepresste Öl. Die Samen des Arzneikürbis haben ein großes Spektrum an Wirkstoffen: neben fetten Ölen mit wertvollen Fettsäuren (u.a. Linolensäure), Vitamin E, Carotinoiden, Selen, Mangan, Zink und Kupfer sind die Phytosterole, die sog. „Pflanzenhormone“, besonders bedeutsam.
Die Wirkstoffe der Kürbiskerne regulieren den Hormonspiegel (Phytosterole) und stärken die Blasenmuskulatur (Linolensäure, Vitamin E).
 
Die Anwendung von Kürbissamen wird empfohlen bei Reizblase, Miktionsbeschwerden, Harninkontinenz sowie insbesondere zur symptomatischen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung, auch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt. Dabei wächst ein Teil der Vorsteherdrüse des Mannes, die die Harnröhre umschließt, im zunehmenden Alter und drückt deshalb die Harnröhre etwas zusammen, so dass die Blasenentleerung beeinträchtigt wird. Der Restharn führt zu häufigerem Harndrang und Nachträufeln. Etwa die Hälfte aller Männer über 50 leiden an Symptomen der BPH. Die regelmäßige Verwendung von Kürbissamen kann die Beschwerden lindern. Diese Anwendungen sind klinisch mehrfach untersucht worden.
Kürbissamen werden auch gegen Bettnässen eingesetzt, wenn keine organischen Leiden vorliegen.
Einzigartig ist das Cucurbin, eine Aminosäure, die gegen Eingeweidewürmer wirksam ist. 
Der regelmäßige Genuss der schmackhaften Samen ist auch deshalb sinnvoll, weil die Inhaltsstoffe den Zellschutz fördern und Entzündungen hemmen.

 

 

Forschergruppe Klostermedizin

 

 

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