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Der im schwäbischen Lauingen geborene Albertus Magnus (1193 - 1280) verfasste selbst keine Enzyklopädie, kann jedoch auf Grund des breiten Spektrums seiner Arbeiten zu den Enzyklopädisten gezählt werden. Sein Schwerpunkt lag auf dem Gebiet der Theologie und Philosophie; zwischen 1254 und 1263 verfasste er auch naturkundliche Werke, wobei die Naturkunde ja zur Philosophie zählte.

Im Gegensatz zu allen anderen genannten Autoren steht im Werk Alberts über die Pflanzen - ‚De vegetabilibus libri VII’ - die Botanik im Vordergrund.
Er benutzte (für Buch 1 und 3) die Nicolaus Damascenus zugeschriebene Schrift ‘De plantis’, die 1175 ins Lateinische übersetzt worden war und als ein Werk des Aristoteles galt - was nicht ganz unberechtigt ist, denn es handelt sich um eine Zusammenstellung von Auszügen aus den botanischen Schriften des Philosophen und dessen Schülers Theophrast. Neuere Quellen sind der ‘Canon’ des Avicenna und wiederum das ‘Circa instans’.

Erst im 6. Buch kommt Albertus zu den einzelnen Pflanzen, die hierarchisch abgehandelt werden: zuerst die Bäume als edelste Pflanzen, dann folgen die Sträucher (arbusta), die nicht nur einen Stamm, sondern mehrere verholzte Stängel besitzen. Die Kräuter sind in zwei Abteilungen geteilt: die ´olera`- Kräuter, die Stängel besitzen, die jedoch nicht oder erst spät verholzen - und die herbae - Kräuter, die nur Blätter und keine Stängel hervorbringen. Als fünfte Gruppe, und gegenüber Theophrast neu, fügt Albertus die ‘fungi’ hinzu, die Pilze, welche die unterste Klasse der Pflanzen darstellen, weil sie keine Blätter besitzen und auf andere Pflanzen für ihre Existenz angewiesen sind.

Insgesamt beschreibt Albertus Magnus hier rund 300 Arten, die Abteilungen sind jeweils halbalphabetisch geordnet, und er geht dabei auch auf die medizinische Anwendung der Pflanzen ein.

Dieses botanische Werk Albertus' war im Mittelalter weit verbreitet; der erste Druck erfolgte 1517 in Venedig.

 

 

Forschergruppe Klostermedizin

 

 

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