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Im arabischen Teil Spaniens entstand in der Mitte des 11. Jahrhunderts der sog. 'Aggregator', ein sehr großes Werk zu den Einzeldrogen. Der Autor, Ibn Wafid, blieb lange Zeit unentdeckt. Deshalb wurde der ´Aggregator` einem berühmten Arzt des 9. Jahrhunderts zugeschrieben: Johannes Serapion (Yuhanna ibn Sarabiyun). 1290 übersetzte Simon von Genua (Simon Januensis) unter Mithilfe des Juden Abraham von Tortosa das Werk aus dem Arabischen ins Lateinische. Diese Übersetzung wurde unter dem Titel  ‚Liber Serapionis aggregatus in medicinis simplicibus’ (das heißt: Sammelwerk des Serapion über die einfachen Arzneimittel) verbreitet.


Im ersten Teil werden, ähnlich wie bei Avicenna, die Substanzen mit ihren Wirkungsgraden und Wirkungsweisen wie ´zusammenziehend`, ´lösend`, ´purgierend` usw. beschrieben. Im zweiten, überaus umfangreichen Teil folgt eine Darstellung von 454 Einzeldrogen, geordnet nach pflanzlicher, mineralischer oder tierischer Herkunft und eingeteilt nach den verschiedenen Intensitätsgraden, innerhalb dieser Gradangaben wiederum nach den jeweiligen Primärqualitäten gruppiert.

Trotz ihres Umfangs und der schwierigen Benutzbarkeit hatte die Übersetzung großen Erfolg. Sie konnte sich nicht nur neben dem ‚Circa instans’ behaupten; beide Werke bildeten gemeinsam die Grundlage für riesige Kompilationen des Spätmittelalters, etwa für das ‚Lexicon Plantarum’ (München, UB, 604; Codex Casanatensis 459, Codex Guarini), oder - in deutscher Sprache - für die ‚Leipziger Drogenkunde’ (Leipzig, UB, Hs. 1224) sowie das Kräuterbuch des Hans Minner und nicht zuletzt das erste illustrierte deutsche Kräuterbuch des Buchdrucks, den ‚Gart der Gesundheit’ von 1485 bei Peter Schöffer in Mainz.

 

 

Forschergruppe Klostermedizin

 

 

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